Behindertentransportkraftwagen (BTW) & KMP-Umbau

Professionelle Lösungen für die Personenbeförderung

Die sichere und komfortable Beförderung von Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist weit mehr als nur eine logistische Aufgabe – sie ist ein wertvoller Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe. Wenn Sie im Bereich der Fahrdienste oder Krankentransporte tätig sind, wissen Sie: Jede Fahrt erfordert absolute Zuverlässigkeit. Hier kommen Behindertentransportkraftwagen (BTW) ins Spiel. Diese spezialisierten Fahrzeuge, oft auch als KMP (Kraftfahrzeuge zur Beförderung mobilitätseingeschränkter Personen) bezeichnet, sind das Herzstück einer modernen Flotte. Ob kompakter PKW oder geräumiger Kleinbus wie der Mercedes Sprinter oder Ford Transit – ein professioneller KMP-Umbau verwandelt Standardfahrzeuge in hochflexible Spezialfahrzeuge, die genau auf die Bedürfnisse Ihrer Fahrgäste und Ihres Teams zugeschnitten sind.

Fahrzeugtypen und Kapazitäten für den Behindertenfahrdienst

Die Wahl des richtigen Basisfahrzeugs ist der erste Schritt zu einem effizienten Betrieb. Je nach Einsatzgebiet – vom Patientenfahrdienst bis zur Schülerbeförderung – variieren die Anforderungen an Raumangebot und Technik.

Kleinbusse und Spezialfahrzeuge für den Patientenfahrdienst

Große Basisfahrzeuge wie der Mercedes Sprinter oder der Ford Transit (L3 H2) haben sich im harten Alltag bewährt. Sie bieten Platz für bis zu 9 Personen und lassen sich modular konfigurieren. Der große Vorteil liegt in der Differenzierung der Transportarten: Ein modernes KMP kann flexibel für den Sitzendtransport, den Liegendtransport oder die Rollstuhlbeförderung genutzt werden. Dank variabler Innenraumkonzepte können Sie je nach Bestuhlung zwischen einem und bis zu sechs Rollstuhlplätzen gleichzeitig wählen. So reagieren Sie souverän auf jeden Auftrag, ohne für jeden Zweck ein separates Auto vorhalten zu müssen.

Barrierefreier Einstieg: Rollstuhllift, Rollstuhlrampe und Einstiegshilfen

Ein reibungsloser Ablauf beginnt bereits beim Zusteigen. Ein barrierefreier Einstieg schont nicht nur die Kräfte Ihres Personals, sondern gibt auch dem Fahrgast ein Gefühl von Sicherheit und Würde.

Leistungsstarke Rollstuhllifte (Linearlift & Doppelarm-Hub-Lift)

Für schwere Elektro-Rollstühle sind leistungsstarke Rollstuhllifte unverzichtbar. Moderne Systeme wie Linearlifte oder Doppelarm-Hub-Lifte überzeugen durch eine beeindruckende Tragfähigkeit von 350 kg bis zu 400 kg. Sie lassen sich bequem per Fernbedienung steuern. Wichtige Sicherheitsmerkmale wie eine automatische Abrollsicherung, stabile Haltebügel und eine Notbedienung sorgen dafür, dass der Hubvorgang auch unter schwierigen Bedingungen sicher bleibt.

Flexible Rollstuhlrampen und Auffahrschienen aus Aluminium

Wenn es schnell gehen muss oder das Fahrzeug kompakter ist, sind Rollstuhlrampen eine hervorragende Wahl. Varianten wie die Eurorampe, klappbare Heckrampen für den Heckeinstieg oder ausziehbare Teleskopschienen aus Aluminium bieten eine leichte Handhabung. Durch ihre Leichtbauweise und rutschfeste Oberflächen sind sie sicher im Gebrauch. Gummipuffer sorgen zudem für eine geräuscharme Fixierung während der Fahrt, sodass kein störendes Klappern entsteht.

Automatische Trittstufen und Haltegriffe für gehfähige Fahrgäste

Nicht jeder Fahrgast benötigt einen Rollstuhl. Für Menschen mit Gehbehinderung stellen jedoch bereits hohe Fahrzeugschwellen ein Hindernis dar. Elektrische Trittstufen oder mechanische, türintegrierte Lösungen reduzieren die Einstiegshöhe signifikant. In Kombination mit ergonomisch platzierten Haltegriffen an den A-, B- und C-Säulen bieten sie die nötige Stabilität und Sicherheit beim Ein- und Aussteigen.

Maximale Sicherheit durch zertifizierte Rollstuhlrückhaltesysteme

Im Straßenverkehr ist Sicherheit das oberste Gebot. Bei einem KMP-Umbau kommen deshalb nur Systeme zum Einsatz, die strengsten Belastungstests standhalten.

4-Punkt-Rollstuhlhalterung und Kraftknotenadapter nach ISO 10542

Das Herzstück der Sicherung ist die 4-Punkt-Rollstuhlhalterung. Hierbei wird der Rollstuhl mit sogenannten Retraktoren (selbstspannenden Gurten) fest mit dem Fahrzeugboden verbunden. Um die Kräfte bei einem Aufprall optimal zu verteilen, nutzen wir Kraftknotenadapter gemäß der Norm ISO 10542. Ein entscheidender Faktor ist hierbei das Vermeiden von „Gurtlose“: Nur wenn die Gurte straff sitzen, wird das Verletzungsrisiko minimiert.

Personenrückhaltesysteme: Beckengurt und Schulterschräggurt

Neben dem Rollstuhl muss natürlich auch der Mensch gesichert werden. Ein kombiniertes System aus Beckengurt und Schulterschräggurt ist hier Standard. Wichtig: Der Beckengurt muss unter den Armlehnen des Rollstuhls direkt am Beckenknochen verlaufen. Nur so wird der gefährliche „Submarining-Effekt“ (das Durchrutschen unter dem Gurt) verhindert. Höhenverstellbare Schultergurte erlauben zudem eine individuelle Anpassung an die Körpergröße des Fahrgasts.

Kopf- und Rückenlehnen (Future Safe) für optimalen Unfallschutz

Zusätzlichen Schutz bietet das Future Safe System. Diese zweiteilige, crash-geprüfte Einheit aus Kopf- und Rückenlehne schützt insbesondere die empfindliche Halswirbelsäule bei Heckkollisionen. Da das System schwenkbar ist, bleibt der Durchgang im Fahrzeug bei Nichtgebrauch frei.

Flexible Innenraumkonzepte: Systemboden und variable Bestuhlung

Ein moderner Behindertentransportkraftwagen muss heute multifunktional sein. Starre Sitzreihen gehören der Vergangenheit an.

Alu-Systemboden (SmartFloor) mit Airlineschienen

Die Basis für maximale Flexibilität ist ein Alu-Systemboden, oft auch als SmartFloor bezeichnet. In diesen Boden sind Airlineschienen eingelassen, in denen Sitze und Rollstuhl-Retraktoren an fast jeder beliebigen Position eingerastet werden können. Diese Böden erfüllen die strengen Anforderungen der DIN 75078 und verfügen über eine M1-Zulassung, was höchste Stabilität garantiert.

M1-Einzelsitze sowie Dreh- und Klappsitze für maximale Variabilität

Durch den Einsatz von M1-Einzelsitzen mit Schnellverschluss-Systemen lassen sich Sitze ohne Werkzeug innerhalb von Sekunden ein- oder ausbauen. Besonders innovativ sind Systeme wie der Innotrans-Bus: Hier verbleiben die Dreh- und Klappsitze platzsparend an der Seitenwand. So können Sie auch spontan während einer Tour Platz für einen zusätzlichen Rollstuhl schaffen, ohne Sitze mühsam in der Werkstatt lagern zu müssen.

Spezialausstattung für Liegendtransport und Tragestühle

Für den qualifizierten Krankentransport reicht eine Standard-Bestuhlung oft nicht aus. Hier ist spezielle Medizintechnik gefragt.

Utila Tragestuhl und Fahrtragen im Krankentransportwagen

In vielen BTW ist die Integration einer Fahrtrage für den Liegendtransport möglich. Hierbei achten wir auf eine geprüfte Bodensicherung, die die Trage sicher arretiert. Ebenso finden Tragestühle (z.B. von Utila) ihren Platz. Diese sind besonders in engen Treppenhäusern wertvoll und werden im Fahrzeug über spezielle Verriegelungsmechanismen sicher fixiert.

Qualitätssicherung: Normen, Zertifikate und Mitarbeiterschulung

Ein Umbau ist nur so gut wie seine rechtliche und praktische Absicherung. Wir überlassen hier nichts dem Zufall.

Rechtliche Sicherheit durch DIN 75078 und ISO-Zertifizierung

Alle unsere Umbauten und Komponenten entsprechen den einschlägigen Normen, insbesondere der DIN 75078. Diese regelt detailliert die Anforderungen an Behindertentransportkraftwagen und deren Rückhaltesysteme. Mit einer ISO-Zertifizierung stellen wir sicher, dass jeder Handgriff in der Fertigung dokumentiert ist und höchsten Qualitätsstandards entspricht.

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